Duo Paratore über...

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Rubato | Übereinstimmung | Üben und Inspiration | Professionalität |
Rubato
Die gemeinsame Gestaltung eines Rubatos, also die freie Veränderung, Beschleunigung oder Verzögerung eines Zeitmaßes, gehört zu den schwierigsten Hürden eines Klavier-Duos. Wie wir das machen? Nun, es gibt viele Dinge, die wir nur instinktiv bewältigen. Man kann das nicht erklären, es gibt kein objektives Rezept dafür. Wichtig sind Vertrautheit und Vertrauen. Auch Erfahrung spielt eine große Rolle. Wenn man so lange zusammenspielt wie wir, kennt man sich so gut, dass sich solche musikalischen Empfindungen einfach gemeinsam einstellen. Jeder von uns spürt genau, wenn der andere auch nur für zwei Takte unsicher wird, und jeder spürt auch genau, wie er zu reagieren hat.

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Übereinstimmung
Natürlich stimmen wir nicht immer überein. Wir haben gelegentlich auch unterschiedliche Meinungen über ein Werk und die "richtige" Interpretation. Aber solche Meinungsver- schiedenheiten sind meistens sehr fruchtbar, weil man allzu einseitige Positionen überdenkt. Reibung kann sehr kreativ sein. Man muss nur zu einem gemeinsamen Ergebnis kommen. Bevor man auf die Bühne geht, sollte man übereinstimmen.

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Üben und Inspiration
Regelmäßiges, tägliches Üben ist für uns sehr wichtig. Wir üben jeden Tag etwa fünf Stunden gemeinsam. Damit ist der Arbeitsprozess natürlich nicht abgeschlossen. Wir diskutieren über die Werke, sprechen über Details und jeder denkt für sich darüber nach, tagsüber, oft nachts. Musikmachen ist kein Acht-Stunden-Job. Man ist praktisch ständig damit beschäftigt, ein Abschalten gibt es nicht. Diszipliniertes und regelmäßiges Üben ist der einzig regelmäßige Teil der Arbeit. Zu denken, man müsse nur üben, wenn man inspiriert sei, ist unrealistisch. Das Gerede von der Inspiration ist in vielen Fällen nur der Versuch, einen Mythos zu schaffen.

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Professionalität
Professionalität bedeutet für uns, mit einer gewissen Unabhängigkeit von persönlichen Rückschlägen auf der Bühne ein konstantes Qualitäts-Niveau zu bieten. Wir dienen schließlich in erster Linie der Musik und nicht unseren subjektiven Launen. Das heißt nicht, dass man persönliche Emotionen ausklammern soll, sie gehören sebstverständlich zu jeder musikalischen Gestaltung dazu. Aber private Probleme sollten sich bei einem Konzert nicht durch Unkonzen- triertheit oder dergleichen niederschlagen. Um dies zu vermeiden, bitten wir unsere Verwandten und Bekannten auch, uns unmittelbar vor einem Konzert mit negativen Nachrichren zu verschonen.

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